

CRANIOSACRALE OSTEOPATHIE
Die craniosacrale Osteopathie umfasst eine Vielzahl sanfter Techniken. Ihren Namen verdankt sie dem craniosacralen System, das sich vom Schädel (Cranium) bis zum Kreuzbein (Sacrum) erstreckt und die Wirbelsäule einschließt. In diesem von Knochenstrukturen geschützten Raum liegt das zentrale Nervensystem, bestehend aus Gehirn und Rückenmark, das von der Cerebrospinalflüssigkeit (auch Liquor genannt) umspült wird.
Das Ziel der craniosacralen Osteopathie besteht darin, die Regulationsmechanismen des autonomen Nervensystems auf sanfte Weise zu beeinflussen. Obwohl der Name auf diese spezifische Körperregion hinweist, finden craniosacrale Techniken am gesamten Körper Anwendung.

Die Meldung aus dem Körper heißt Interozeption. Die fünf bekannten Sinne richten sich nach außen. Dieser Sinn richtet sich nach innen und registriert Dinge, die uns meist gar nicht bewusst auffallen: dass der Herzschlag schneller geworden ist, dass der Atem flacher geht, dass sich im Nacken etwas zusammenzieht. Auch Gefühle werden über diesen Weg körperlich spürbar. Bei vielen anhaltenden Beschwerden liegt das Problem weniger im Organ selbst als darin, wie seine Signale ankommen und gedeutet werden. Beobachtet wurde das unter anderem bei chronischen Schmerzen (10) und bei körperlichen Symptomen, für die sich keine Ursache finden lässt (11).
Für die Verarbeitung dieser Signale spielt ein bestimmter Bereich im Gehirn eine wichtige Rolle: die Inselrinde. Sie übersetzt körperliche Meldungen in etwas, das wir bewusst spüren, von Hunger und Durst bis zu Schmerz und Emotion. Bei dieser Übersetzung können Fehler entstehen (9). Manches wird zu laut wahrgenommen und führt zu Überempfindlichkeit. Anderes geht unter. Wieder anderes wird falsch eingeordnet. Daraus kann ein Kreislauf werden, in dem das Gehirn auf harmlose Körperempfindungen mit einer Alarmreaktion antwortet, was die Beschwerden verstärkt. Ist die Verständigung zwischen Körper und Gehirn ungenau, fällt auch die Antwort ungenau aus. Ein Symptom kann genau das sein: eine ungenaue Antwort.
Die Antwort gibt das autonome Nervensystem. Es arbeitet im Hintergrund, ohne dass wir es steuern müssen, und kennt zwei Zustände. Der Sympathikus mobilisiert Energie, der Parasympathikus sorgt für Erholung. Beides wird gebraucht, so wie ein Auto Gas und Bremse braucht. Der Alltag vieler Menschen führt allerdings dazu, dass sie fast durchgehend im Aktivierungsmodus unterwegs sind. Die wichtigste Rolle beim Umschalten spielt der Vagusnerv, die größte Nervenverbindung zwischen Gehirn und Körper. Der weitaus größte Teil seiner Fasern leitet nicht vom Gehirn nach unten, sondern vom Körper nach oben (12). Er ist also weniger Befehlsweg als Rückmeldeweg. Ist er gut aktiv, wird die Atmung ruhiger, Herzschlag und Blutdruck regulieren sich leichter, und der Körper schüttet weniger Stresshormone aus.
Im Gewebe
Nach sanften faszialen Techniken ließ sich per Ultraschall messen, dass die Faszienschichten wieder besser gegeneinander gleiten (15). Die Berührung bleibt also nicht an der Oberfläche, sie erreicht die Schichten darunter.
Im Gehirn
Leichte Berührung der Haut verändert in Gehirnscans die Aktivität in der Inselrinde (13). Eine italienische Arbeitsgruppe hat das bei Menschen untersucht, die im Schnitt seit über einem Jahr Rückenschmerzen hatten (14). Nach vier osteopathischen Behandlungen war die Aktivität in der Inselrinde und den umliegenden Bereichen messbar verändert, in der Vergleichsgruppe mit Scheinbehandlung nicht. Das ist deshalb bemerkenswert, weil die Inselrinde bei anhaltenden Schmerzen häufig genau die Stelle ist, an der die Verarbeitung aus dem Takt geraten ist. Vereinfacht gesagt: Bei anhaltendem Schmerz liegt es selten nur am Gewebe. Auch die Zentrale, die diese Meldungen verarbeitet, verändert sich mit der Zeit. Die Behandlung setzt an beidem an.
Im Nervensystem
Die Herzratenvariabilität zeigt an, wie gut jemand zwischen Anspannung und Erholung wechseln kann. Wer das gut kann, kommt abends leichter zur Ruhe und steckt Belastungen besser weg. Eine Schweizer Pilotstudie hat diese Größe bei 31 Personen mit unspezifischen Beschwerden gemessen (16). Nach einer craniosacralen Behandlung verbesserte sie sich deutlicher als nach einer reinen Ruhephase. Auch über die craniosacrale Arbeit hinaus finden mehrere Untersuchungen zur Osteopathie eine Verschiebung in Richtung Erholung (17).
Faszien, Körperwahrnehmung und autonomes Nervensystem arbeiten nicht getrennt voneinander. Verändert sich eines, verändern sich die anderen mit. Aus diesem Zusammenhang ergibt sich unser Vorgehen. Über die Berührung sprechen wir die feinen Wahrnehmungswege an und möchten den Körper anregen, selbst nachzujustieren. Was wir dabei erspüren, sind Gewebespannungen und Bewegungseinschränkungen, keine Diagnosen im medizinischen Sinne. Bei Bedarf arbeiten wir eng mit Ihren behandelnden Ärzten zusammen.

CRANIOSACRALE
OSTEOPATHIE
Die craniosacrale Osteopathie umfasst eine Vielzahl sanfter Techniken. Ihren Namen verdankt sie dem craniosacralen System, das sich vom Schädel (Cranium) bis zum Kreuzbein (Sacrum) erstreckt und die Wirbelsäule einschließt. In diesem von Knochenstrukturen geschützten Raum liegt das zentrale Nervensystem, bestehend aus Gehirn und Rückenmark, das von der Cerebrospinalflüssigkeit (auch Liquor genannt) umspült wird.
Das Ziel der craniosacralen Osteopathie besteht darin, die Regulationsmechanismen des autonomen Nervensystems auf sanfte Weise zu beeinflussen. Obwohl der Name auf diese spezifische Körperregion hinweist, finden craniosacrale Techniken am gesamten Körper Anwendung.

Die Meldung aus dem Körper heißt Interozeption. Die fünf bekannten Sinne richten sich nach außen. Dieser Sinn richtet sich nach innen und registriert Dinge, die uns meist gar nicht bewusst auffallen: dass der Herzschlag schneller geworden ist, dass der Atem flacher geht, dass sich im Nacken etwas zusammenzieht. Auch Gefühle werden über diesen Weg körperlich spürbar. Bei vielen anhaltenden Beschwerden liegt das Problem weniger im Organ selbst als darin, wie seine Signale ankommen und gedeutet werden. Beobachtet wurde das unter anderem bei chronischen Schmerzen (10) und bei körperlichen Symptomen, für die sich keine Ursache finden lässt (11).
Für die Verarbeitung dieser Signale spielt ein bestimmter Bereich im Gehirn eine wichtige Rolle: die Inselrinde. Sie übersetzt körperliche Meldungen in etwas, das wir bewusst spüren, von Hunger und Durst bis zu Schmerz und Emotion. Bei dieser Übersetzung können Fehler entstehen (9). Manches wird zu laut wahrgenommen und führt zu Überempfindlichkeit. Anderes geht unter. Wieder anderes wird falsch eingeordnet. Daraus kann ein Kreislauf werden, in dem das Gehirn auf harmlose Körperempfindungen mit einer Alarmreaktion antwortet, was die Beschwerden verstärkt. Ist die Verständigung zwischen Körper und Gehirn ungenau, fällt auch die Antwort ungenau aus. Ein Symptom kann genau das sein: eine ungenaue Antwort.
Die Antwort gibt das autonome Nervensystem. Es arbeitet im Hintergrund, ohne dass wir es steuern müssen, und kennt zwei Zustände. Der Sympathikus mobilisiert Energie, der Parasympathikus sorgt für Erholung. Beides wird gebraucht, so wie ein Auto Gas und Bremse braucht. Der Alltag vieler Menschen führt allerdings dazu, dass sie fast durchgehend im Aktivierungsmodus unterwegs sind. Die wichtigste Rolle beim Umschalten spielt der Vagusnerv, die größte Nervenverbindung zwischen Gehirn und Körper. Der weitaus größte Teil seiner Fasern leitet nicht vom Gehirn nach unten, sondern vom Körper nach oben (12). Er ist also weniger Befehlsweg als Rückmeldeweg. Ist er gut aktiv, wird die Atmung ruhiger, Herzschlag und Blutdruck regulieren sich leichter, und der Körper schüttet weniger Stresshormone aus.
Im Gewebe
Nach sanften faszialen Techniken ließ sich per Ultraschall messen, dass die Faszienschichten wieder besser gegeneinander gleiten (15). Die Berührung bleibt also nicht an der Oberfläche, sie erreicht die Schichten darunter.
Im Gehirn
Leichte Berührung der Haut verändert in Gehirnscans die Aktivität in der Inselrinde (13). Eine italienische Arbeitsgruppe hat das bei Menschen untersucht, die im Schnitt seit über einem Jahr Rückenschmerzen hatten (14). Nach vier osteopathischen Behandlungen war die Aktivität in der Inselrinde und den umliegenden Bereichen messbar verändert, in der Vergleichsgruppe mit Scheinbehandlung nicht. Das ist deshalb bemerkenswert, weil die Inselrinde bei anhaltenden Schmerzen häufig genau die Stelle ist, an der die Verarbeitung aus dem Takt geraten ist. Vereinfacht gesagt: Bei anhaltendem Schmerz liegt es selten nur am Gewebe. Auch die Zentrale, die diese Meldungen verarbeitet, verändert sich mit der Zeit. Die Behandlung setzt an beidem an.
Im Nervensystem
Die Herzratenvariabilität zeigt an, wie gut jemand zwischen Anspannung und Erholung wechseln kann. Wer das gut kann, kommt abends leichter zur Ruhe und steckt Belastungen besser weg. Eine Schweizer Pilotstudie hat diese Größe bei 31 Personen mit unspezifischen Beschwerden gemessen (16). Nach einer craniosacralen Behandlung verbesserte sie sich deutlicher als nach einer reinen Ruhephase. Auch über die craniosacrale Arbeit hinaus finden mehrere Untersuchungen zur Osteopathie eine Verschiebung in Richtung Erholung (17).
Faszien, Körperwahrnehmung und autonomes Nervensystem arbeiten nicht getrennt voneinander. Verändert sich eines, verändern sich die anderen mit. Aus diesem Zusammenhang ergibt sich unser Vorgehen. Über die Berührung sprechen wir die feinen Wahrnehmungswege an und möchten den Körper anregen, selbst nachzujustieren. Was wir dabei erspüren, sind Gewebespannungen und Bewegungseinschränkungen, keine Diagnosen im medizinischen Sinne. Bei Bedarf arbeiten wir eng mit Ihren behandelnden Ärzten zusammen.
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